Mit der Impact.Climate.Returns.-Strategie fokussiert die DEG ihre Finanzierungs- und Beratungsleistungen noch stärker auf die Förderung impactstarker sowie klimaschonender Vorhaben von Unternehmen. Dabei setzt sie darauf, ihre Kunden bei ihrer Transformation zu begleiten. So stärken die Kunden ihr nachhaltiges Wirtschaften und ihre Resilienz gegenüber globalen Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcensicherheit und Qualifizierung von Mitarbeitenden, was direkt zu ihrem Unternehmenserfolg beiträgt.
Mit der Weiterentwicklung des DERa wird in der Säule 2 die Rolle der DEG bei der Begleitung von Transformationsprozessen ihrer Kunden erfasst.
Die zweite Säule des DERa – „Von der DEG unterstützte Transformation beim Kunden“ berücksichtigt vier Elemente: Strukturierung von Transformationsmaßnahmen im Rahmen der Finanzierung, Umsetzung internationaler Umwelt- und Sozialstandards, Transformationsfördermaßnahmen sowie darüber hinausgehende Impact-Klima-Commitments, d.h., wenn Kunden besondere Impact-Klima-Leistungen erbringen. Für diese Mechanismen dokumentiert das DERa Transformationsmeilensteine/-ziele, die die DEG mit ihren Kunden vereinbart, und misst den Fortschritt der Umsetzung.
Strukturierung
Umsetzung von Umwelt- und Sozialstandards
Beratungs- und Fördermaßnahmen
Impact-Klima-Commitment
Strukturierung
Die DEG prüft jedes ihrer Partnerunternehmen eingehend, strukturiert gemeinsam mit ihm die Finanzierung und stößt dabei oft transformative Schritte an, etwa durch die Mittelverwendung, die Erhöhung von Transparenz durch auditierte Jahresabschlüsse oder Verbesserung der Corporate-Governance-Struktur. Dies führt zu einer deutlich besseren Positionierung des Unternehmens und zur Sicherung der erzielten Wirkungsbeiträge.
Mit knapp 42 % der Finanzinstitute hat die DEG vereinbart, dass ihre Mittelverwendung direkt auf die Erreichung der SDGs einzahlt: Diese DEG-Kunden verpflichten sich, Kredite an Kleinst- und Kleinunternehmen, frauengeführte Unternehmen oder für Transaktionen, die einen Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz leisten, zu verwenden.
Rund 21 % der Unternehmen konnten durch die Zusammenarbeit mit der DEG und die Erfüllung ihrer Anforderungen ihre Corporate-Governance-Strukturen signifikant verbessern.
Umsetzung von Umwelt- und Sozialstandards
In der Umwelt- und Sozialprüfung als Teil des Finanzierungsprozesses der DEG werden umfassend mögliche Auswirkungen und Risiken der Finanzierungen geprüft. Im ersten Schritt der Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung, dem Screening, wird eine Kategorisierung für jede Finanzierung nach möglichen Umwelt- und Sozialauswirkungen und -risiken vorgenommen. Die Kategorisierung bestimmt Prüfungsinhalt und -tiefe sowie den Umfang vertraglicher Vereinbarungen. In der Prüfung werden die Risiken und die Maßnahmen des Kunden, diese zu mitigieren, betrachtet. Im Falle von Lücken werden mit dem Kunden Aktionspläne vereinbart. Kunden im Portfolio berichten jährlich über die Einhaltung dem Umwelt- und Sozialstandards und, falls vereinbart, über den Fortschritt in der Umsetzung ihres Umwelt- und Sozialaktionsplans. Relevante Daten über die Einhaltung von Standards und zur Umwelt- und Sozial-Performance des Kunden fließen in die jährliche Erfassung der Entwicklungswirkungen der Kunden über das DERa ein. Das Umwelt- und Sozialrisikomanagement und die zu Grunde liegenden Standards der DEG werden kontinuierlich weiterentwickelt.
Die Qualität der Umwelt- und Sozialrisikomanagement-Systeme (USMS) der DEG-Kunden, die auch unmittelbar in die DERa-Bewertung einfließt, entspricht den Vorjahreszahlen:
85 % der Fonds im DEG-Portfolio verfügen über angemessene USMS, 86 % haben Verantwortlichkeiten klar definiert und halten angemessene Umwelt- und Sozialexpertise vor; von den Finanzinstituten haben 75 % ein gutes oder sehr gutes Umwelt- und Sozialrisikomanagement-System.
92 % der durch die DEG finanzierten Unternehmen und Infrastrukturprojekte verfügen bereits über entsprechende Management-Systeme, davon über zwei Drittel über ein gutes oder sehr gutes System.
Beratungs- und Fördermaßnahmen
Um ihre Kunden bei ihrer Transformation aktiv zu unterstützen, bietet die DEG ergänzende Fördermaßnahmen und Beratungsleistungen an.
Zu den Förderprogrammen zählen insbesondere die Angebote der Tochtergesellschaft DEG Impulse mit den Programmen Business Support Services (BSS) und develoPPP.
Mit ihren Business Support Services (BSS) unterstützt die DEG Impulse Finanzierungskunden der DEG bei unternehmerischen Herausforderungen – insbesondere bei der Transformation im Bereich Nachhaltigkeit und Klima – mit gezielten Beratungsleistungen und einer anteiligen Kostenübernahme. Corporate Governance, Weiterbildung von Mitarbeitenden und in Zulieferketten, Risikomanagement oder Umwelt- und Sozialrisikomanagement sind weitere Einsatzfelder von BSS.
Mit dem develoPPP-Programm im Auftrag des BMZ fördert die DEG Impulse privatwirtschaftliche Vorhaben dort, wo unternehmerische Chancen und entwicklungspolitisches Potenzial zusammentreffen. Dabei setzt sie auf eine langfristige Zusammenarbeit und fördert als Tochtergesellschaft der DEG insbesondere Unternehmen, die bereits Finanzierungskunden der DEG sind oder dies künftig werden.
Dabei wurden 2024 folgende Entwicklungswirkungen erzielt:
Verbesserung der Beschäftigungssituation von rund 10.300 Menschen.
Schaffung von über 3.900 neuen Arbeitsplätzen.
Einkommenssteigerung von mindestens 10 % bei knapp 94.700 Menschen.
895 Mio. Liter eingespartes bzw. aufbereitetes Wasser.
Qualifizierung von mehr als 45.200 Menschen in Trainingskursen.
Einführung oder Ausbau von Umwelt- und/oder Sozialstandards bei rund 2.950 Unternehmen.
45 develoPPP-Projekte mit einem Projektgesamtvolumen (inkl. Unternehmensbeiträge) von 30 Mio. EUR sagte die DEG Impulse im vergangenen Jahr neu zu – davon neun Projekte mit deutschen Unternehmen. Im Rahmen eines Sonderwettbewerbs werden zwölf Vorhaben in der Ukraine implementiert. Die DEG Impulse kofinanziert mit diesem Programm entwicklungswirksame Maßnahmen von Unternehmen mit bis zu 2 Mio. EUR. Das Unternehmen erhält maximal 50 % der Projektkosten.
69 von der DEG durchgeführte develoPPP-Vorhaben wurden 2024 abgeschlossen.
Außerdem betreut die DEG Impulse auch für die DEG den vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanzierten Helpdesk Wirtschaft und Menschenrechte der Agentur für Wirtschaft und Entwicklung (AWE).
Als Unterstützungsangebot der Bundesregierung berät der Helpdesk Wirtschaft und Menschenrechte der DEG Impulse Unternehmen zur menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfalt – kostenfrei, individuell und vertraulich.
DEG ImpulseMehr zum Helpdesk
Wirtschaft und Menschenrechte
Impact-Klima-Commitment
Viele Kunden verfolgen engagiert eigene Transformationspfade bzw. eigene Impact- und Klimastrategien und sind bereit, sich entsprechende ambitionierte Ziele zu stecken. Die DEG arbeitet mit diesen Kunden zusammen und unterstützt bei der Entwicklung und Umsetzung.
develoPPP – Südafrikas Energie-, Klima- und Wasserkrise entgegenwirken
Seit mehr als 15 Jahren leidet Südafrika unter einer anhaltenden Energiekrise, die in einigen Regionen zu Stromausfällen von bis zu zwölf Stunden führt und das Wachstumspotenzial des Landes hemmt. Gleichzeitig bedrohen die Auswirkungen des Klimawandels die einzigartige Biodiversität Südafrikas.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat die DEG Impulse nun gemeinsam mit zwei der führenden südafrikanischen Banken, FNB South Africa und RMB – Rand Merchant Bank, beide Teil der FirstRand Bank, ein develoPPP-Projekt gestartet. Ergänzend unterstützt die DEG Impulse den langjährigen DEG-Kunden über ihre Business Support Services im Bereich Wassersicherheit.
Die FirstRand Bank investiert rund 1,9 Mio. EUR aus eigenen Mitteln in das develoPPP-Projekt, die von der DEG Impulse mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gematcht werden.
Ziel des Projekts ist es, den Übergang Südafrikas zu einem kohlenstoffarmen und klimaresistenten Land sozialverträglich zu gestalten. Dazu werden Finanzinstrumente entwickelt, die gezielt privates Kapital für Investitionen in die Bereiche Energie, Klima und Biodiversität mobilisieren.
Die FNB wird durch das develoPPP-Projekt darin unterstützt, ihren Geschäftskunden besseren Zugang zu erneuerbaren Energien zu bieten. Mit einem Beratungsdienst sollen nachhaltige Energielösungen bereitgestellt werden, die sowohl den Energiebedarf der Kunden decken als auch zur Klimaresilienz beitragen. Auch der Schutz der einzigartigen Artenvielfalt in Südafrika steht im Fokus: Die RMB plant, mit der Entwicklung von fünf „Environmental Impact Bonds“ eine neue Anlageklasse für institutionelle Anleger zu schaffen. Diese soll privates Kapital für Biodiversitätsprojekte in der Region mobilisieren.
Auch im Bereich Wassersicherheit engagiert sich die FirstRand Bank – ebenfalls mit Unterstützung der DEG Impulse über ihre Business Support Services. Im ersten Schritt wurde eine umfassende Analyse der wasserbedingten finanziellen Risiken im Portfolio von FirstRand durchgeführt. Erste Ergebnisse zeigen, dass rund 95 % des landwirtschaftlichen Kreditportfolios von Wasserknappheit betroffen sein könnten. Diese Erkenntnisse dienen als Grundlage für gezielte Maßnahmen zur Risikominderung und die Entwicklung neuer Finanzprodukte, insbesondere für den Agrarsektor.
In der aktuell geplanten zweiten Phase wird in einem besonders gefährdeten Wassereinzugsgebiet ein kollektives Aktionsprogramm gestartet. Ziel ist es, durch unternehmensübergreifende Zusammenarbeit sowohl die Wassersicherheit als auch die finanzielle Resilienz landwirtschaftlicher Betriebe zu stärken. Neben maßgeschneiderten Finanzierungslösungen (zum Beispiel für effiziente Bewässerung) und Weiterbildungsangeboten für Unternehmen wird das Vorhaben auch Impulse für Wassermanagementstrategien verschiedener Einzugsgebiete geben. Das Projekt bietet FirstRand nicht nur eine Möglichkeit zur Risikominimierung, sondern auch zur Reputationssteigerung und Geschäftsausweitung.
