Umweltverträglich wirtschaften

Mit den SDGs will die internationale Staatengemeinschaft den globalen Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz spürbar voranbringen. Auch für die DEG und ihre Kunden sind dies entscheidende Themen.

Um ihr Klimaziel – Treibhausgas-Emissionen im Einklang mit dem 1,5-Grad-Celsius-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens zu reduzieren, um das DEG-Portfolio in 2040 klimaneutral zu stellen – zu erreichen, wird die DEG keine neuen Investitionen mit hohem Emissionsausstoß tätigen, ohne dass ein pariskompatibler Transformationspfad vereinbart wird. Die DEG investiert noch mehr in klimafreundliche Geschäftsmodelle, unterstützt die Transformations- und Klimaadaptionspfade ihrer Kunden mit gezielter Beratung und wird verstärkt in Forst- und Senkenprojekte investieren, die nach international anerkannten Standards zertifiziert sind.

Für die durch die DEG geförderten Finanzinstitute sind beim CO2-Reporting die Scope-3-15-Emissionen besonders relevant. Sie umfassen die Emissionen der Unternehmen, die die Finanzinstitute finanzieren. Es handelt sich hierbei um indirekte Treibhausgas-Emissionen, die durch die Aktivitäten der geförderten Unternehmen entstehen. Die durch die DEG geförderten Finanzinstitute haben einen Gesamtfußabdruck von 173 Mio. t CO2e pro Jahr, der mit dem Joint Impact Model (JIM) ermittelt wird.

Mehr zum Joint Impact Model (JIM)

Die direkten Kunden der DEG, die im produzierenden Gewerbe und im Bereich Infrastruktur tätig sind, haben einen Gesamtfußabdruck von 34 Mio. t CO2e pro Jahr, wenn Scope-1- und -2-Emissionen berücksichtigt werden.

Banken haben die Möglichkeit, durch ihre Kreditvergabe und ihre Anlageentscheidungen gezielt Vorhaben zu finanzieren, die umweltfreundliche Technologien und nachhaltige Praktiken fördern. Indem sie beispielsweise grüne Anleihen oder nachhaltige Fonds anbieten, können sie einen positiven Einfluss auf die Klimaziele ihrer Kunden ausüben und gleichzeitig das Bewusstsein für ökologische Verantwortung schärfen.

Im Unterschied dazu haben Industrieunternehmen oft einen direkteren Einfluss auf Klimawirkungen, da ihre Produktionsprozesse und Lieferketten signifikante Treibhausgas-Emissionen verursachen können. Diese Unternehmen sind gefordert, ihre Produktionsmethoden zu optimieren, um den Energieverbrauch zu senken und den Einsatz erneuerbarer Energien zu erhöhen.

Gerade bei Industrieunternehmen ist die Klimawirkung eng mit dem wirtschaftlichen Erfolg ihrer Geschäftstätigkeit verknüpft: Maßnahmen für eine positive Klimawirkung sind nicht nur eine Reaktion auf zunehmende regulatorische Anforderungen und gesellschaftliche Erwartungen, sondern bieten auch langfristige wirtschaftliche Vorteile – etwa durch Effizienzsteigerungen und die Minderung von Klimarisiken. Die Verantwortung für den Klimaschutz ist somit ein integraler Bestandteil der strategischen Ausrichtung. Eine gute Klima-Governance haben

47 % der Unternehmen und Infrastrukturkunden,

34 % der Fonds.

Für eine nachhaltige und langfristige wirtschaftliche Entwicklung sind unternehmerisches Engagement und innovative Lösungen für weltweiten Umwelt- und Klimaschutz sowie Ressourceneffizienz entscheidend. Große Bereiche des Privatsektors weltweit sind auf natürliche und begrenzte Ressourcen angewiesen, entweder als Teil ihres Kerngeschäfts oder innerhalb ihrer Lieferkette. Sie sind deshalb mehr denn je gefordert, möglichst nachhaltig und effizient zu wirtschaften.

Alle produzierenden Unternehmen sowie Akteure von Infrastrukturvorhaben im Portfolio der DEG verpflichten sich, internationale Umwelt- und Sozialstandards einzuhalten bzw. einzuführen. Während der Prüfung wird der Status quo erfasst und es wird – wenn erforderlich – ein Aktionsplan erstellt. Von Banken und Fonds erwartet die DEG, dass sie eigene Umwelt- und Sozialrisikomanagement-Systeme (USMS) implementieren und bei ihren Kunden potenzielle Umwelt- und Sozialrisiken adäquat managen. Dies führt dazu, dass Risiken gemindert und Investitionschancen identifiziert werden sowie die Reputation gestärkt wird. Die Förderung der Einhaltung internationaler Umwelt- und Sozialstandards und von Initiativen für nachhaltigere Geschäftstätigkeiten ist ein Beitrag der DEG zum Nachhaltigkeitsziel 12 (nachhaltige Produktion).

78 % der direkten DEG-Kunden halten bereits internationale Umweltstandards ein.

Kunden der DEG können im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit Auswirkungen auf die Biodiversität in ihrer Region haben. Das DERa erfasst erstmals, ob diese Auswirkungen kritische oder natürliche Habitate betreffen bzw. in deren Nähe liegen und ob dies entsprechend gut gemanagt werden. Darüber hinaus werden biodiversitätspositive Wirkungen von DEG-Kunden erfasst, unter anderem durch Co-Benefits-Programme und Nature-based Solutions.

Branchen- und regionenübergreifend berät die DEG ihre Kunden auch bei der Entwicklung und Implementierung von Umwelt- und Sozialrisikomanagement-Systemen, bei der Erhebung von Emissionsdaten und Identifikation von Minderungspotenzialen sowie bei der Entwicklung von eigenen Klimaschutzstrategien. Darüber hinaus unterstützt sie bei der Zertifizierung nach internationalen Standards. Rund 50 % der BSS-Maßnahmen der DEG Impulse, die sich auf Transformationsberatung spezialisiert haben, zahlen auf diese Themen ein.

Mehr zu Business Support Services (BSS)

25,2 TWh Strom aus erneuerbaren Energien:
eingesetzte Technologien

Die direkt von der DEG finanzierten Energieversorgungsunternehmen und Betriebskraftwerke leisten ihren Beitrag zu SDG 7 (saubere Energie) und SDG 13 (Klimaschutz). Sie produzieren jährlich rund 25,2 TWh Strom aus erneuerbarer Energie und können aktuell über 46 Mio. Menschen versorgen. So wird der Ausstoß von Kohlendioxid (CO₂), dem bedeutendsten Treibhausgas, um mehr als 13 Mio. t CO₂ pro Jahr gemindert. Rund 59 % der erneuerbaren Energien werden aus Solar-, Wind- und Wasserkraft sowie Geothermie gewonnen.

Zusätzlich produzieren die indirekt über Fonds finanzierten Unternehmen 8,9 TWh erneuerbare Energie mit einem Schwerpunkt auf Biomasse und mindern den Ausstoß um weitere 6 Mio. t CO₂ pro Jahr.

Umweltfreundliche Erweiterungsinvestitionen für Papierproduktion des Familienunternehmens Klingele

Name: Klingele
Investitionsvolumen (in EUR): 40 Mio.

Region: Brasilien
DERa-Kategorie: Umweltverträglich wirtschaften

Um die Papierherstellung energieschonend zu gestalten, sind umweltfreundliche Technologien und der Einsatz erneuerbarer Energien wichtig. Für solche Erweiterungsinvestitionen stellt die DEG der brasilianischen Tochtergesellschaft der Klingele Gruppe ein langfristiges Darlehen in Höhe von 40 Mio. EUR bereit. Die Investitionen dienen dazu, die lokale Wellpappenrohpapierproduktion effizienter und umweltfreundlicher zu machen. Das gesamte Investitionsvolumen liegt bei über 100 Mio. EUR.

Die Klingele Gruppe mit Hauptsitz in Remshalden im Raum Stuttgart gehört zu den führenden Wellpappenrohpapierproduzenten in Deutschland. Mit rund 3.200 Beschäftigten an 24 Standorten in Europa, Afrika und Lateinamerika stellt Klingele Papier und Verpackungslösungen aus Wellpappe her. Dafür setzt das Unternehmen nachhaltige Produkte wie Wellpappenbögen auf Basis von Recyclingpapier oder nachhaltigem Frischfaserpapier ein. 2021 erwarb Klingele eine bereits seit 1930 bestehende Papierfabrik in der Region Nova Campina im Bundesstaat São Paulo. Klingele Paper Nova Campina Ltda. (Klingele Brasilien) stellt hauptsächlich eine robuste Papiersorte her, die zur Produktion von Wellpappe genutzt wird.

Im Rahmen der jetzt anstehenden Investitionen wird das Unternehmen den Energie- und Wasserverbrauch in der brasilianischen Produktion weiter reduzieren. Mit einem bestehenden Wasserkraftwerk und der Installation eines neuen Biomassekessels soll das Unternehmen künftig seinen wesentlichen Energiebedarf aus erneuerbaren Quellen decken können. Insgesamt soll der CO2-Ausstoß um bis zu 75 % gesenkt werden. Klingele Brasilien verwendet in seiner Produktion ausschließlich FSC-zertifiziertes und FSC-kontrolliertes Holz.

Photovoltaikanlagen mit Batteriespeichern sichern dezentrale Energieversorgung

Name: Axian Energy
Investitionsvolumen (in EUR): 23 Mio.

Region: Senegal
DERa-Kategorie: Umweltverträglich wirtschaften

In der im Süden des Senegals gelegenen, ländlich geprägten Region Casamance ist die Infrastruktur unzureichend. Eine flächendeckende Netzanbindung fehlt und die Versorgung mit bisher überwiegend aus importierten fossilen Energien produziertem Strom ist anhaltend instabil.

Um zur Entwicklung und besseren Versorgung der Region sowie zum Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien beizutragen, investiert die DEG jetzt in zwei Photovoltaikanlagen mit Batteriespeichern des Betreibers Axian Energy. Das Gesamtinvestitionsvolumen beläuft sich auf rund 100 Mio. EUR, die DEG stellt davon 23 Mio. EUR bereit. Weitere Kapitalgeber sind die niederländische FMO und der Emerging Africa and Asia Infrastructure Fund (EAAIF).

Nach ihrer geplanten Fertigstellung im Jahr 2026 werden die Photovoltaikanlagen in Kolda im Süden Senegals eine Jahresleistung von 60 MW haben. Damit können rund 235.000 Menschen mit grünem Strom beliefert werden. Der 72-MWh-Batteriespeicher wird die Versorgung in den Hauptverbrauchszeiten am Abend für bis zu drei Stunden sichern und die Netzstabilität erhöhen. So werden erneuerbare Energien in die Stromversorgung integriert und der Senegal darin unterstützt, bis 2030 mindestens 40 % seines Stroms aus erneuerbaren Energiequellen zu produzieren.

Die fünf DERa-Dimensionen