UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs)
Die Sustainable Development Goals (SDGs) wurden 2015 von allen Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen verabschiedet. Die 17 Ziele mit ihren 169 Unterzielen und mehr als 200 Indikatoren bilden den weltweiten Fahrplan für nachhaltige Entwicklung, der das Leben aller Menschen verbessern und den Planeten schützen soll. Die SDGs sind die „gemeinsame Sprache“ für den öffentlichen und privaten Sektor. In diesem Jahr jährt sich die Verabschiedung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung zum zehnten Mal, ein Meilenstein, der die weltweite Verpflichtung zur Umsetzung der SDGs bekräftigt und die fortschreitenden Anstrengungen zur Erreichung dieser Ziele unterstreicht. In den vergangenen Jahren haben Kriege, Konflikte und multiple geopolitische Krisen vielerorts zu Rückschritten statt Fortschritten bei der Umsetzung der SDGs geführt. Aber noch verbleiben fünf Jahre, um gemeinsam entscheidende Fortschritte zu erzielen. Besonders der Privatsektor ist jetzt gefordert: Ohne seine Innovationskraft und sein aktives Mitwirken sind die globalen Nachhaltigkeitsziele nicht zu erreichen.
Verantwortungsbewusste und langfristig erfolgreiche private Unternehmen leisten einen wichtigen Beitrag zu diesen globalen Nachhaltigkeitszielen. Die DEG verpflichtet sich, den Beitrag ihrer Kunden zu den wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Zielen der nachhaltigen Entwicklung zu erhöhen und so die positiven Entwicklungswirkungen ihrer Investitionen kontinuierlich zu verbessern. Dies wird erreicht, indem sie Finanzierungen in Kombination mit umfassenden Beratungs- und Unterstützungsdiensten bereitstellt und gleichzeitig die Umsetzung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Standards fördert. Die von der DEG unterstützten Unternehmen treiben durch ihren wirtschaftlichen Erfolg und ihr verantwortungsvolles Handeln eine nachhaltige Entwicklung im Sinne der Agenda 2030 voran.
Es existieren keine harmonisierten, standardisierten Indikatoren für (Förder-)Banken, um ihre (Finanzierungs-)Beiträge zu den SDGs zu dokumentieren. Für die globale Fortschrittskontrolle der SDGs hat die UN 232 Indikatoren definiert, die Interpretationsspielräume bieten und in erster Linie einen Rahmen für die nationalen SDG-Pläne der Staaten darstellen. Um den SDG-Beitrag der DEG-Kunden dennoch darzustellen, ermittelt das Development Effectivness Rating (DERa) auf der Grundlage ausgewählter Indikatoren der fünf DERa Wirkungskategorien, inwieweit die positiven Effekte der DEG geförderten Unternehmen, Finanzinstitute und Infrastrukturprojekte den spezifischen Unterzielen der SDGs direkt zugeordnet werden können. Dieses SDG-Mapping der DEG schafft Transparenz über den Beitrag der DEG-Kunden zu den UN-Nachhaltigkeitszielen. Im Rahmen der Weiterentwicklung des DERa wurde auch das SDG-Mapping der DEG auf Basis der zur Verfügung stehenden DERa-2.0-Indikatoren weiterentwickelt.
Fokus der SDG-Zuordnung in der DEG
Die Zuordnung der Beiträge der DEG-Kunden zu den SDGs erfolgt auf zwei Ebenen – durch die definierte Verknüpfung der DERa-Indikatoren zu den Unterzielen der SDGs im SDG-Mapping oder direkt über das Kerngeschäft der Kunden.
Je nach spezifischem Geschäftsmodell kann ein Kunde einen inhärenten positiven Einfluss haben, der direkt für die Erreichung der SDGs relevant ist. So leisten etwa Bildungseinrichtungen, Krankenhäuser, Erzeuger erneuerbarer Energien oder Fintech-Unternehmen, die finanzielle Inklusion ermöglichen, schon durch ihr Kerngeschäft einen signifikanten direkten Beitrag zu den SDGs.
Daneben kann ein Kunde durch seine Geschäftspraktiken zu den Unterzielen der SDGs beitragen. Ein Kunde, der die Voraussetzungen für diskriminierungsfreie Arbeitsplätze schafft und gleichzeitig einen hohen Anteil Frauen im höheren Management hat oder sich zu gendergerechter Karriereförderung verpflichtet, trägt beispielsweise zu SDG 5 (Geschlechtergleichstellung) bei.
SDG-Beiträge der DEG-Kunden
Privatwirtschaftliche Unternehmen tragen in vielfältiger Weise zu den Zielen der Agenda 2030 der UN für nachhaltige Entwicklung (SDGs) bei. Besonders relevant ist dabei der Beitrag privatwirtschaftlicher Unternehmen zu SDG 8 (Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum) und SDG 9 (Industrie, Innovation und Infrastruktur). Sie schaffen Arbeitsplätze, fördern Wirtschaftswachstum und verbessern die Lebensqualität, indem sie faire Arbeitsbedingungen und Ausbildungsmöglichkeiten bieten. Unternehmen spielen auch eine Schlüsselrolle in der Industrieentwicklung und der Förderung von Innovationen, indem sie in Forschung und Entwicklung investieren und nachhaltige Technologien vorantreiben. Zudem tragen sie durch den Ausbau und die Modernisierung von Infrastruktur zu einer verbesserten Lebensgrundlage und wirtschaftlichen Stabilität bei. Durch verantwortungsbewusstes Handeln und nachhaltige Geschäftsmodelle können privatwirtschaftliche Akteure somit nicht nur ihren eigenen Erfolg steigern, sondern auch zu einer nachhaltigeren und gerechteren globalen Entwicklung beitragen.
SDG 1
22 %
SDG 2
10 %
SDG 3
5 %
SDG 4
2 %
SDG 5
51 %
SDG 6
2 %
SDG 7
23 %
SDG 8
86 %
SDG 9
80 %
SDG 10
28 %
SDG 11
0 %
SDG 12
8 %
SDG 13
26 %
SDG 14
0 %
SDG 15
8 %
SDG 16
0 %
SDG 17
78 %
Methodik der SDG Zuordnung
Die grundlegende Prämisse des SDG-Mappings der DEG ist, dass die positiven Effekte der Kunden auf die Gesellschaft, die Wirtschaft oder die Umwelt so eindeutig wie möglich dem spezifischen SDG-Unterziel zugeordnet werden. Dafür wurden ausgewählte DERa Indikatoren und ihre Ausprägungen inhaltlich mit den SDG-Unterzielen verknüpft.
Neben Spezifika des jeweiligen Kunden wird auch berücksichtigt, ob bei einem Kunden Fördermaßnahmen durch die DEG begleitet wurden, die in einem direkten Zusammenhang zu den SDGs stehen, oder eine entsprechende Impact-Klima-Verpflichtung mit dem Kunden ausgehandelt wurde. Es werden nur solche Fördermaßnahmen oder Impact-Klima-Verpflichtungen einbezogen, deren Wirkungspotential in der DEG als „mittel“ bis „sehr hoch“ bewertet wird und die bereits einen definierten Mindestumsetzungsstand erreicht haben.
Somit berücksichtigt dieses Vorgehen, dass die Kunden auf verschiedene Weise mehrere SDGs gleichzeitig fördern.
Keine Armut
DEG-Kunden tragen zu SDG 1 bei, wenn sie
existenzsichernde Löhne zahlen (SDG 1.2), erschwinglichen Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen in den Bereichen Gesundheitsversorgung, Bildung und Wohnen (SDG 1.4) oder Finanzdienstleistungen im Bereich Mikrofinanzierungen oder Sozialversicherungen anbieten (SDG 1.4).
Kein Hunger
DEG-Kunden tragen zu SDG 2 bei, wenn sie
in der nachhaltigen Landwirtschaft tätig sind, Düngemittel herstellen (SDG 2.4) oder für die lokale Wirtschaft Nahrungsmittel und Getränke (exkl. alkoholischer Getränke) produzieren (SDG 2). Auch Kunden, deren Produkte Kleinbauern zugutekommen, tragen zu SDG 2 bei (SDG 2.3).
Gesundheit und Wohlergehen
DEG-Kunden tragen zu SDG 3 bei, wenn sie
im Gesundheitssektor tätig sind und bezahlbare medizinische Versorgung oder pharmazeutische oder medizinische Produkte anbieten (SDG 3.8).
Hochwertige Bildung
DEG-Kunden tragen zu SDG 4 bei, wenn sie
im Bildungssektor tätig sind und Bildung einer breiten Personengruppe zugänglich machen (SDG 4.2 und SDG 4.3),
berufliche Bildungs- oder Qualifizierungsmaßnahmen mit einer Dauer von mehr als drei Monaten anbieten (SDG 4.4),
mit der DEG ein bildungsbezogenes Projekt durchführen (SDG 4.4).
Geschlechtergleichheit
DEG-Kunden tragen zu SDG 5 bei, wenn
sie sich an internationalen Nichtdiskriminierungsstandards orientieren und gleichzeitig einen signifikanten Anteil an weiblichen Führungskräften beschäftigen,
sie aktiv den fairen beruflichen Aufstieg von Frauen fördern (SDG 5.5),
ihr Unternehmen von Frauen gegründet wurde oder sich zu einem wesentlichen Teil im Besitz von Frauen befindet (SDG 5.a) oder sie mit der DEG aktiv die Themen Gender, Diversität und Inklusion vorantreiben (SDG 5.5),
sie Frauen, insbesondere Unternehmerinnen, Zugang zu Finanzmitteln bieten (SDG 5.a).
Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen
DEG-Kunden tragen zu SDG 6 bei, wenn sie
in den Bereichen Wassergewinnung, -aufbereitung und -versorgung (SDG 6.1) oder Abwasserentsorgung (SDG 6.3) tätig sind,
ihre Wassereffizienz gemeinsam mit der DEG in Form einer spezifischen Verpflichtung angehen (SDG 6.4 und SDG 6.5).
Bezahlbare und saubere Energie
DEG-Kunden tragen zu SDG 7 bei, wenn sie
im Energiesektor tätig sind und/oder erneuerbare Energie (SDG 7.2) produzieren,
in einem Sektor tätig sind, der Infrastruktur oder Technologie für die Energieversorgung bereitstellt (SDG 7.b).
Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
DEG-Kunden tragen zu SDG 8 bei, wenn sie
das Wirtschaftswachstum fördern,
durch Unternehmens- oder Marktinnovationen zu einem höheren Niveau der wirtschaftlichen Produktivität beitragen (SDG 8.2),
gute und faire Beschäftigung schaffen (SDG 8.8) oder sich gemeinsam mit der DEG in Form von Technical Assistance(TA)-Projekten aktiv mit Fragen der Geschlechtervielfalt und -integration befassen (SDG 8.5),
Zugang zu Finanzdienstleistungen bieten (SDG 8.10) oder in den Bereichen nachhaltiger Tourismus (SDG 8.9), Kreislaufwirtschaft und Recycling tätig sind (SDG 8.4).
Industrie, Innovation und Infrastruktur
DEG-Kunden tragen zu SDG 9 bei, wenn sie
im Bereich des Aufbaus oder der Instandhaltung von Infrastruktur aktiv sind (SDG 9.1),
die Industrialisierung fördern, indem sie im verarbeitenden Gewerbe tätig sind und dort die Beschäftigung erhöhen und/oder finanziell wachsen (SDG 9.2),
Zugang zu Finanzmitteln über KMU-Finanzierung oder Mikrofinanzierung bieten (SDG 9.3),
in einem Industriesektor tätig sind und dort eine disruptive Innovation mit einem völlig neuen Produkt einführen oder einen neuen Markt erschließen, der wesentlich zu wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen beiträgt (SDG 9.5),
gemeinsam mit der DEG aktiv an ihrer Ressourceneffizienz in Form eines spezifischen Engagements arbeiten, zum Beispiel in Form von Beratungs- und Förderprojekten (SDG 9.4).
Weniger Ungleichheiten
DEG-Kunden tragen zu SDG 10 bei, wenn sie
gezielt Zugang zu Finanzierungen für Frauen oder Mikrofinanzierungen anbieten (SDG 10.2) oder Produkte anbieten, die sich speziell an Frauen richten (SDG 10.2),
in einem Sektor tätig sind, der IKT-Nutzern zugutekommt (SDG 10.2),
sich gemeinsam mit der DEG für die finanzielle Bildung oder Integration engagieren (SDG 10.2).
Nachhaltige Städte und Gemeinden
DEG-Kunden tragen zu SDG 11 bei, wenn sie
bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung stellen (SDG 11.1).
Nachhaltige/r Konsum und Produktion
DEG-Kunden tragen zu SDG 12 bei, wenn sie
in der nachhaltigen Abfallwirtschaft, im Recycling (SDG 12.5) oder im nachhaltigen Tourismus (SDG 12.b) aktiv sind, mit Hilfe der DEG nachhaltige Praktiken umsetzen oder eine eigene Nachhaltigkeitsberichterstattung implementieren (SDG 12.6).
Maßnahmen zum Klimaschutz
DEG-Kunden tragen zu SDG 13 bei, wenn sie
aktiv am Thema Klimaschutz (SDG 13.2.2) oder Anpassung an den Klimawandel arbeiten und das Engagement von der DEG als signifikant klassifiziert wird (SDG 13.1) oder sie eine spezifische Verpflichtung zu einem klimarelevanten Thema mit der DEG eingehen (SDG 13.1 und SDG 13.2).
Leben unter Wasser
DEG-Kunden tragen zu SDG 14 bei, wenn sie
zum Schutz der Ozeane und/oder einer besseren Wasserbewirtschaftung beitragen, indem entsprechende Aktivitäten finanziert oder refinanziert werden (SDG 14.2).
Leben an Land
DEG-Kunden tragen zu SDG 15 bei, wenn sie
nachhaltige Forstwirtschaft betreiben (SDG 15.2), zur Erhöhung der Biodiversität beitragen (SDG 15.5) oder sich gemeinsam mit der DEG aktiv für biologische Vielfalt einsetzen (SDG 15.5).
Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen
DEG-Kunden tragen zu SDG 16 bei, wenn sie
aktiv an der Lösung von Problemen für gefährdete Gruppen arbeiten (SDG 16.1).
Partnerschaften zur Erreichung der Ziele
DEG-Kunden tragen zu SDG 17 bei, wenn sie
aktiv inländische Ressourcen erhöhen, indem sie Steuern zahlen (SDG 17.1).