Entwicklung von Märkten und Sektoren stärken

Entwicklungsfinanzierer tragen maßgeblich zur Marktentwicklung bei, indem sie Investitionen in strategisch wichtige Sektoren wie Finanzdienstleistungen, Gesundheit und erneuerbare Energien fördern. Sie unterstützen den Aufbau von Infrastruktur und schaffen Anreize für private Investoren, was die wirtschaftliche Entwicklung in aufstrebenden Märkten vorantreibt. Zudem ermöglichen sie Kleinst-, Klein- und mittleren Unternehmen (KKMU) den Zugang zu Finanzierung, was diese Unternehmen in die Lage versetzt, zu wachsen und gleichzeitig nachhaltige Entwicklungsziele zu unterstützen.

Bei 43 % der DEG-Kunden trägt das Kerngeschäft des Kunden in Form von Aktivitäten, Produkten und Dienstleistungen direkt zu den SDGs bei. Dazu zählen etwa Investitionen in Bildungszentren, Krankenhäuser und erneuerbare Energien.

Bei 38 % der von der DEG geförderten Finanzinstitutionen trägt mehr als die Hälfte des Portfolios direkt zu den SDGs bei. Zum Beispiel bei Fintech-Unternehmen, die sich auf finanzielle Inklusion konzentrieren, d. h. mehr Menschen Zugang zu Finanzdienstleistungen schaffen.

Die von der DEG geförderten Finanzinstitutionen ermöglichen über 11,6 Mio. Kleinst-, Klein- und mittlere Unternehmen (KKMU) den Zugang zu Finanzierung.

Geschäftsaktivitäten von Unternehmen können je nach Investitionsbedarf des Landes und des Sektors zu unterschiedlichen Entwicklungseffekten führen. Hier erfasst das DERa, ob die Investition in ein Land und in einen Sektor fließt, in dem sie besonders erforderlich ist und potenziell einen besonders großen positiven Entwicklungseffekt erzielt. Zu diesem Zweck werden alle förderfähigen Projektländer anhand von drei Dimensionen bewertet: „Vulnerabilität“ bewertet die Anfälligkeit eines Landes für externe wirtschaftliche Schocks. Ein sehr vulnerables Land würde am meisten von Investitionen zur Stärkung der Resilienz profitieren. Die zweite Dimension – „Additionalität“ – bezieht sich auf den zusätzlichen Wert oder Nutzen, den die DEG-Investitionen einem Land bringen und der ohne ihre Beteiligung nicht eingetreten wäre. Die Dimension „wirtschaftliche Leistung“ bewertet die Fähigkeit eines Landes, Investitionen, etwa in Infrastruktur oder Bildung und Qualifizierung, effektiv für nachhaltiges Wachstum zu nutzen.

69 % der von der DEG geförderten Unternehmen, Finanzinstitute und Infrastrukturprojekte sind in Märkten bzw. Sektoren tätig, in denen Investitionen in Entwicklung und Ausbau überdurchschnittliche Relevanz haben.

24 % der direkten DEG-Kunden sind in Sektoren tätig, die für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes besonders wichtig sind und positive Spillover-Effekte erzeugen können. Dazu zählen Kunden in den Bereichen Energie, Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), Verkehrsinfrastruktur, Finanzen und Wasserwirtschaft.

Die Relevanz von Innovationen für die Marktentwicklung benennt auch SDG 9 (Industrie, Innovation und Infrastruktur): Um die Industrie nachhaltiger zu gestalten, sind effizientere Technologien und Industrieprozesse notwendig. Da die meisten Unternehmen innovativ handeln, um am Markt zu bestehen und der sich verändernden Welt zu begegnen, wurde die Definition von Markt- und Geschäftsinnovationen von der DEG überarbeitet und weiter eingegrenzt.

Geschäftsinnovationen können zum Beispiel Prozess- oder Technologieinnovationen sein, die den wirtschaftlichen Erfolg und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit sichern und die mindestens dem Best-Practice-Ansatz entsprechen. Bei Marktinnovationen handelt es sich um disruptive Innovationen, die ein völlig neues Produkt einführen oder einen neuen Markt erschließen.

59 % der direkten DEG-Kunden leisten einen Beitrag zur Innovation, indem sie neue Technologien einführen, neue Produkte entwickeln oder neue Prozesse implementieren.

Innovative Anbau­methoden in der Obst- und Gemüseproduktion

Name: Sweet Greens
Investitionsvolumen (in USD): 750.000
Region: Indonesien
DERa-Kategorie: Entwicklung von Märkten und Sektoren stärken

Indonesien ist trotz seiner fruchtbaren Böden bei Obst und Gemüse vielfach auf Importe angewiesen. Denn die Landwirtschaft ist wenig entwickelt und anfällig für Wetter, Schädlinge und Krankheiten. Um die Ernährung langfristig zu sichern, braucht es innovative Anbaumethoden: So setzt das indonesische Unternehmen Sweet Greens auf moderne Gewächshäuser mit Hydroponik-Technologie, um hochwertiges und ertragreiches Obst und Gemüse anzubauen. Diese Anbautechnik kommt ohne Erde aus, weil die Pflanzen mit in Wasser gelösten Nährstoffen versorgt werden. Um den Bau weiterer Gewächshäuser zu ermöglichen, stellt die DEG dem Unternehmen über das Up-Scaling-Programm 750.000 USD bereit.

Sweet Greens nutzt Sonnenlicht als Hauptenergiequelle und steuert die Gewächshäuser digital mit Sensoren und automatisierten Prozessen. In den Gewächshäusern sind die Pflanzen vor ungünstigen klimatischen Bedingungen geschützt und auch weniger anfällig für Schimmel und Pilze. Um die Ressourceneffizienz weiter zu erhöhen, fokussiert sich Sweet Greens zudem auf Produkte, bei denen kaum Abfälle entstehen.

Sweet Greens wurde von drei indonesischen Unternehmern gegründet mit dem Ziel, mit ihren Angeboten einen neuen Standard für Qualität zu setzen. Das Unternehmen vermarktet und vertreibt seine Produkte über die eigene Website, Social Media und große Lebensmittelläden. Sweet Greens plant außerdem die Kooperation mit verschiedenen Lieferdienst-Apps.

Wirkung des DEG-Fondsengagements

Investitionen in Fonds sind ein wesentlicher Bestandteil des DEG-Portfolios. Sie stellen für die Unternehmensentwicklung wichtiges Eigenkapital bereit. Davon profitieren besonders kleine und mittlere Unternehmen in sich entwickelnden Ländern.

Die DEG hat derzeit über 1,9 Mrd. EUR  in gut 180 Fonds, hauptsächlich Private-Equity-Fonds, investiert, die insgesamt 18,5 Mrd. EUR Kapital für über 1.300 Investees bereitstellen. Jeder vollinvestierte Fonds investiert typischerweise in acht bis zwölf Unternehmen.

Als Ankerinvestor stärkt die DEG die Kapitalbasis der von ihr finanzierten Fonds und mobilisiert so weitere Investoren. Daneben bringt sie Markt- und Strukturierungsexpertise, umfassendes Länder- und Regionen-Know-how sowie ihr großes Netzwerk und Beratungsleistungen ein, vor allem im Umwelt- und Sozialbereich.

Die DEG unterstützt Fonds und deren Investees mit Business Support Services (BSS), unter anderem in den Bereichen Umwelt- und Sozialrisikomanagement, Klimastrategien sowie Professionalisierung des Managements. Laut DERa hatte das Engagement der DEG folgende Effekte:

69 % der Fondsmanager verfolgen einen strukturierten Ansatz, um positive soziale oder ökologische Wirkungen zu erzielen.

34 % der Fondsmanager integrieren systematisch und transparent Klimarisiken und -chancen.

52 % der Fondsmanager arbeiten aktiv daran, Diversität in der Besetzung zu fördern.

43 % der Fondsmanager haben Prozesse und Mechanismen entwickelt, um den positiven Impact auch nach dem Exit zu sichern.

50 Mio. USD für Net-Zero-Infrastrukturfonds

Name: Emerging Markets Infrastructure Fund II (EMIF II) von A.P. Moller Capital
Investitionsvolumen (in USD): 50 Mio.

Region: überregional
DERa-Kategorie: Entwicklung von Märkten und Sektoren stärken

Die DEG investiert in die Transformation zu einer klimaschonenden Wirtschaft: Sie beteiligt sich mit 50 Mio. USD am Emerging Markets Infrastructure Fund II (EMIF II) von A.P. Moller Capital. Der Fonds wird sich auf Investitionen in Transportinfrastruktur und erneuerbare Energien in ausgewählten wachstumsstarken Märkten in Süd- und Südostasien sowie Afrika konzentrieren, die lokale Logistikengpässe lösen und grünen Strom bereitstellen.

EMIF II strebt eine Net-Zero-Bilanz an, indem er unter anderem die Treibhausgas-Emissionen seiner Investitionen im Transportsektor um mindestens 25 % reduziert. Im Rahmen seiner Net-Zero-Strategie ermittelt EMIF II den CO2-Fußabdruck jedes seiner Portfoliounternehmen sowie Maßnahmen zur Reduzierung. Neben der DEG beteiligen sich weitere internationale institutionelle Investoren. Das angestrebte Fondsvolumen liegt bei 1 Mrd. USD.

Zu den ersten Investitionen des EMIF II zählen ein Luftfrachtlogistikunternehmen in Ägypten und ein Kühlkettenlogistikunternehmen in Südafrika.

Die fünf DERa-Dimensionen