Editorial – nachhaltige Entwicklung fördern
Portfolioüberblick und Neugeschäft 2024
Status Impact.Climate.Returns.
Entwicklungspolitische Effekte 2024 – DERa-Säule I
• Gute und faire Beschäftigung fördern
• Lokales Einkommen steigern
• Entwicklung von Märkten und Sektoren stärken
• Umweltverträglich wirtschaften
• Positive Effekte für lokale Gemeinden sichern
Die Förderung lokaler Unternehmensfinanzierungen ist ein wichtiger Hebel, um vor Ort qualifizierte Arbeit, Einkommen und Perspektiven zu schaffen. Arbeitsplätze stellen nicht nur das finanzielle Einkommen sicher. Sie bilden den Grundstein für Entwicklung, indem sie Lebensstandards verbessern, die Produktivität erhöhen und sozialen Zusammenhalt stärken. Dies ist auch im Nachhaltigkeitsziel 8 (gute Arbeitsplätze) berücksichtigt.
Bei der Schaffung von Arbeitsplätzen zählt nicht allein die Anzahl; genauso wichtig ist, dass sie bestimmten Standards entsprechen. Die DEG verpflichtet deshalb ihre Kunden, die Kernarbeitsnormen sowie die Arbeits- und Sozialstandards der International Labour Organization (ILO) sowie die IFC Performance Standards einzuhalten und ein gutes Personal- sowie Arbeitsschutz-Management zu implementieren. Das Engagement für bessere Arbeitsbedingungen lohnt sich für Unternehmen, da so die Motivation und Produktivität erhöht und die Mitarbeiterfluktuation sowie Fehlzeiten gesenkt werden können.
2024 haben die Bestandsunternehmen der DEG knapp 3 Mio. Mitarbeitende beschäftigt. Dabei arbeiten in den über 1.300 über Fonds finanzierten lokalen Unternehmen rund 1,9 Mio. Menschen.
Die DEG bewertet mit ihrem Impact Rating aus einer Netto-Perspektive, ob Kunden einen positiven Beitrag zu guter und fairer Beschäftigung leisten. 80 % aller direkten DEG-Kunden bieten bereits heute eine (nettopositive) gute, faire Beschäftigung.
26 % dieser Kunden schaffen über internationale Arbeitsstandards hinaus besonders gute Rahmenbedingungen in den Bereichen Vergütung, innovative Arbeitszeitmodelle oder durch international anerkannte Zertifizierungen.
DEG-Kunden erhalten bei Interesse Beratungs- und Unterstützungsangebote – finanziert aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie DEG-Eigenmitteln – unter anderem bei der Fortentwicklung von Arbeitsstandards, Trainingsprogrammen oder der Verbesserung des Personalmanagements.
Rund 860.000 Frauen waren 2024 bei den DEG-Bestandskunden beschäftigt. Nachweislich 46 % der direkten DEG-Bestandskunden schaffen dabei Grundvoraussetzungen für diskriminierungsfreie Arbeitsplätze und beschäftigen im Vergleich zum Branchendurchschnitt mehr Frauen oder haben mehr weibliche Führungskräfte. 26 % davon heben sich dabei sowohl in ihren Führungsstrukturen als auch unter allen Beschäftigten zum Beispiel durch gezielte Maßnahmen zur Gleichstellung deutlich von vergleichbaren Unternehmen ab.
Neben der direkten Beschäftigung haben die von der DEG geförderten Unternehmen einen Effekt auf indirekte Beschäftigung in der Region. So profitieren Zulieferer und Dienstleister von einer Expansion und schaffen neue Arbeitsplätze. Für die durch die DEG geförderten Finanzinstitute ist die Beschäftigung, die in ihrem Portfolio generiert wird, besonders relevant. Die Aktivitäten der DEG-Kunden führen dabei zu rund 68,2 Mio. indirekten Beschäftigten, modelliert mit dem unter den europäischen Entwicklungsfinanzierern (EDFI) harmonisierten Joint Impact Model (JIM).
Name: Co-operative Bank Kenya
Investitionsvolumen (in USD): 25 Mio.
Region: Kenia
DERa-Kategorie: Gute, faire Beschäftigung fördern
Ihrem langjährigen Kunden Co-operative Bank of Kenya (Co-op Bank) hat die DEG ein langfristiges Darlehen in Höhe von 25 Mio. USD bereitgestellt. Mit diesen Mitteln legt die Co-op Bank eine Kreditlinie auf, die ausschließlich für Kleinst-, Klein- und mittlere Unternehmen (KKMU) bestimmt ist, die von Frauen geführt werden oder im Besitz von Frauen sind.
Diese DEG-Finanzierung ist die erste, bei der eine Garantie aus dem European Fund for Sustainable Development Plus (EFSD+) zum Einsatz kommt, mit der eine Teilsumme des Darlehens abgesichert wird. Als Teil der Global Gateway Initiative der EU sollen mit EFSD+ die Kooperationen mit dem Privatsektor intensiviert und entwicklungspolitisch besonders relevante Vorhaben ermöglicht werden. Die Kreditlinie wird dazu beitragen, die am lokalen Kreditmarkt in Kenia bestehende Finanzierungslücke für KKMU zu schließen.
Die Co-op Bank wurde 1965 von örtlichen Genossenschaften und Verbänden als Spezialbank für die genossenschaftliche Bewegung im Kenia gegründet. Seit 1994 ist die Bank eine vollwertige Geschäftsbank. Die DEG arbeitet bereits seit 2013 mit der Co-op Bank zusammen.
Name: Selecta Kenya
Investitionsvolumen (in USD): rund 450.000
Region: Kenia
DERa-Kategorie: Gute, faire Beschäftigung fördern
Die Gemini Green GmbH & Co. KG ist als Teil der Selecta one Gruppe ein führender deutscher Produzent von Zierpflanzen. Seit 1999 züchtet das Tochterunternehmen Selecta Kenya – ein langjähriger DEG-Kunde – in Kenia Beet- und Balkonpflanzen, Stauden und Schnittblumen. Die DEG Impulse unterstützt das Unternehmen über das develoPPP-Programm beim Aufbau von Qualifikationsstrukturen für überwiegend weibliche und junge Mitarbeitende im kenianischen Hochland und in Nairobi. Zusätzlich schult das Unternehmen 500 neue Mitarbeitende. Das develoPPP-Vorhaben trägt auch zu einem verbesserten Zugang zu kostenfreier medizinischer Versorgung für insgesamt 1.500 Angestellte und deren Familien bei.
Für die Modernisierung von Gewächshäusern in Kenia hatte die DEG dem Unternehmen vor einigen Jahren bereits ein langfristiges Darlehen in Höhe von 3 Mio. EUR zur Verfügung gestellt. An Standorten in Europa, Afrika, Südamerika und Asien beschäftigt die Gruppe insgesamt über 2.000 Menschen.
DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH
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