Lokales Einkommen steigern

Steigt das lokale Einkommen, erhöht sich auch der Wohlstand für Menschen in Entwicklungsländern und die Möglichkeit, selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen. Private Unternehmen schaffen Einkommen und ihre Beiträge steigen, je mehr lokale Mitarbeitende beschäftigt, Steuern vor Ort gezahlt und Waren von lokalen Lieferanten bezogen werden.

Die Agenda 2030 betont die entscheidende Bedeutung der Mobilisierung und effizienten Nutzung heimischer Ressourcen für die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele, insbesondere 8 (Wirtschaftswachstum), 10 (Reduzierung von Ungleichheit) und 17 (Mobilisierung lokaler Ressourcen).

Im Jahr 2024 haben die Kunden der DEG lokale Einkommen in Höhe von 185 Mrd. EUR generiert. Rund 37 Mrd. EUR davon über die direkten Bestandsunternehmen der DEG:

Diese haben lokal gut 18 Mrd. EUR Löhne und Gehälter sowie 4,9 Mrd. EUR Körperschaftsteuern gezahlt.

Knapp 14 Mrd. EUR lokale Gewinne nach Steuern erwirtschafteten die DEG-Kunden.

Die Unternehmen tragen zusätzlich indirekt zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei, indem sie durch ihre Lieferketten, Investitionen und den Konsum von Gütern und Dienstleistungen in der Wirtschaft zusätzliche Wertschöpfung erzeugen. Insgesamt beläuft sich der indirekte Beitrag zum lokalen Einkommen auf 254 Mrd. EUR, was mit dem Joint Impact Model (JIM) ermittelt wird.

Steuerzahlungen steigern Ressourcen vor Ort

Einen Beitrag zur Steigerung des lokalen Einkommens leisten Unternehmen über Steuerzahlungen. Damit tragen sie auch zur Erreichung des SDG 17 bei, das unter anderem die Stärkung der Mobilisierung inländischer Ressourcen zum Ziel hat. Eine DEG-Studie zu Unternehmenserträgen und Staatseinnahmen zeigt, dass die Gesamtbeiträge des privaten Sektors zu den Staatseinnahmen unterschätzt werden, da viele Veröffentlichungen sich vor allem auf die Körperschaftsteuer fokussieren. Werden beispielsweise Mehrwertsteuer und Einkommensteuer der Beschäftigten dazugezählt, ist der Beitrag von DEG-Kunden zu lokalen Staatseinnahmen dreimal höher.

Effekte lokaler Beschaffung

Lokale Beschaffung bietet viele Vorteile für Unternehmen und das soziale Umfeld. Sie ermöglicht unter anderem eine kürzere Lieferkette und somit mehr Resilienz in der Produktion, ist klimaverträglicher, erhöht das lokale Einkommen, das wiederum beispielsweise in lokale Infrastruktur, Bildung und Gesundheit investiert werden kann, und steigert das Gemeinwohl. Mehr Informationen dazu in der DEG-Studie „Nutzung der Vorteile von lokaler Beschaffung für Unternehmen und Gesellschaft“.

Damit ihre Kunden wirtschaftlich erfolgreich sind und somit nachhaltig lokales Einkommen schaffen können, berät und unterstützt die DEG sie mit verschiedenen Programmen. Damit können auch Finanz- und Managementstrukturen von Unternehmen sowie ihre Zulieferketten verbessert und Projektrisiken verringert werden.

Lokale Arzneimittelproduktion stärkt Zugang zu Medikamenten

Name: Aspen
Investitionsvolumen (in EUR): 100 Mio.

Region: Südafrika
DERa-Kategorie: Lokales Einkommen steigern

Um lokale Produktionskapazitäten auszubauen und den Zugang zu essenziellen Arzneimitteln auf dem afrikanischen Kontinent zu verbessern, erhält das südafrikanische Pharmaunternehmen Aspen Pharmacare Holdings Limited ein langfristiges Darlehen in Höhe von insgesamt 500 Mio. EUR. Dazu trägt die DEG mit 100 Mio. EUR bei. Ziel ist es, die regionale Herstellung von lebensrettenden Medikamenten, darunter auch Insulin und pädiatrische Impfstoffe, deutlich zu stärken. Die DEG hatte sich bereits 2021 während der COVID-Pandemie an einer Darlehensfinanzierung mehrerer Entwicklungsfinanzierer für das Unternehmen beteiligt und dafür 144 Mio. EUR arrangiert.

Aspens Strategie „Manufacturing in Africa for Africa“ zielt darauf ab, den Zugang zu Medikamenten zu verbessern und diese durch lokale Produktion und strategische Partnerschaften mit anderen Pharmaunternehmen erschwinglich zu machen. Das Unternehmen erweitert seine Produktionskapazitäten und will künftig in der Lage sein, ein breiteres Spektrum an lebenswichtigen Arzneimitteln direkt vor Ort herzustellen. Dadurch wird die Abhängigkeit von Importen verringert und die Versorgungssicherheit auf dem Kontinent erhöht.

Produktion nährstoffreicher Lebensmittel in Indien

Name: Lorenz
Investitionsvolumen (in EUR): 1,3 Mio.

Region: Indien
DERa-Kategorie: Lokales Einkommen steigern

ImpactConnect, ein von der DEG mit BMZ-Mitteln realisiertes Förderprogramm für Vorhaben deutscher und europäischer Unternehmen, stellt dem Lebensmittelhersteller Lorenz Snacks ein Darlehen in Höhe von 1,3 Mio. EUR zur Verfügung. Mit dieser Finanzierung wird der Aufbau einer Produktionslinie in Indien ermöglicht, um speziell zur Bekämpfung von Unterernährung in Krisensituationen entwickelte Erzeugnisse herzustellen.

Lorenz Snacks India Private Ltd., Teil der deutschen Lorenz Snack-World Gruppe, bezieht für die neue Produktionslinie unter anderem Erdnüsse von einer regionalen Genossenschaft mit etwa 700 Bäuerinnen und Bauern. Daraus wird eine nährstoffreiche Erdnusspaste produziert, angereichert mit Vitaminen und Mineralien. Diese Paste ist eine leicht zu verteilende Lösung, um akute Mangelernährung in Krisengebieten zu behandeln. Die Nachfrage nach entsprechenden Produkten ist in den letzten Jahren stark gestiegen, Abnehmer sind insbesondere Organisationen wie das World Food Programme und UNICEF.

Die fünf DERa-Dimensionen